Gesundheit und Wohlbefinden - liegt die Antwort im Mikrobiom?
/Mikrokosmos - Makrokosmos.
Von Diabetes bis hin zu Krebs. Aktuell wird fast jede Krankheit mit dem Mikrobiom assoziiert. Doch was ist dran an diesen Aussagen?
Spätestens seit der Pandemie wissen wir besser über unser Immunsystem Bescheid. Es dient, vereinfacht ausgedrückt, der Abwehr von äusseren Eindringlingen und richtet sich gegen entartete Zellen in unserem Körper. Eine ganze Reihe von Organen oder Blutzellen sind an der Immunantwort beteiligt. So zum Beispiel auch das lymphatische System, zu dem u.a. die Schleimhaut des Darms gehört.
Obwohl die Hauptaufgabe des Darms darin besteht, Nahrung zu verdauen, produziert er auch Hormone oder spielt eben eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern. Um seine Aufgaben richtig ausführen zu können, benötigt der Darm eine intakte Darmflora. Heute ist das sogenannte “intestinale Mikrobiom” quasi ein Synonym für unsere Darmschleimhaut, die von Billionen von Bakterien besiedelt ist. Aber auch in der Kosmetik beispielsweise spricht man vom Mikrobiom der Haut. Kosmetikhersteller versuchen, über entsprechende Wirkstoffe in der Hautpflege-Einfluss auf das Hautbild oder Unreinheiten zu nehmen. Zusammengefasst ist das Mikrobiom also die Gesamtheit aller Mikroorganismen (z.B. Viren, Pilze oder Bakterien etc.), die einen Makroorganismus (z.B. Mensch, Tier oder Pflanze) besiedeln.
Sobald wir auf der Welt sind, lassen sich die Mikroben in und auf unserem Körper nieder. Über die Nahrung, Körperkontakt, die Atmung etc. gelangen sie in unseren Organismus. Ein funktionierendes Mikrobiom bildet sich, indem wir mit möglichst vielen Erregern in Kontakt kommen. So wird unser Immunsystem trainiert. Die Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle. Beispielsweise die sogenannten Probiotika, die etwa in Joghurt und Käser oder in Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen. Aber auch Präbiotika, also Ballaststoffe, bilden einen guten Nährboden für die Mikroben. Präbiotische Lebensmittel sind zum Beispiel Spargel, Tomaten und Erbsen, aber auch Weizen, Bananen u.v.a.. Abgesehen von bekannten Allergien oder Intoleranzen auf gewisse Nahrungsmittel ist es auf jeden Fall ratsam, möglichst ausgewogen und möglichst frische und unverarbeitete Lebensmittel zu essen, um die Artenvielfalt in unserem Mikrokosmos zu unterstützen. Und somit auch unser Wohlbefinden. Dieses kurze Video zeigt die Rolle des Mikrobioms näher auf.
Mikroorganismen können die Darmwand stärken und Krankheitserreger in Schach halten. Da das Mikrobiom von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist, wird derzeit untersucht, welche Kolonien von Mikroben welche Effekte auf unser Wohlbefinden haben und wie man dies auch therapeutisch nutzen kann. Studien zeigen, dass ein variantenreiches Mikrobiom massgeblich zu unserer Gesundheit beiträgt. Dies gilt sowohl für die Entstehung von körperlichen Symptomen, wie etwa Darmkrankheiten und vielleicht auch Krebs, als auch für unsere Psyche. Die Forschung ist daran, zu schauen wie das Mikrobiom zum Beispiel zur gezielten Tumorbekämpfung, zur Prävention oder zur personalisierten Behandlung von Krankheiten genutzt werden kann. Und wer hätte gedacht, dass Nudeln & Co. (aufgewärmt) sogar die Gewichtsabnahme und eine gesunde Darmflora begünstigen? Wir werden also in Zukunft noch einiges zu hören bekommen von unserem Mikrokosmos und dürfen gespannt sein auf weitere Studien und natürlich auf Anwendungen, die unserer Gesundheit dienen.
Nun wissen wir also: Jeder Mensch ist einzigartig und ebenso einzigartig ist das Mikrobiom des Menschen. Je artenreicher das Mikrobiom, umso besser unsere Resilienz. Vielleicht gilt aber auch das Henne-Ei-Paradoxon. Wirkt das Mikrobiom auf unsere Gesundheit oder fördert ein gesunder Lebensstil die mikrobiotische Besiedelung? So oder so: Tun Sie etwas Gutes für Ihren Organismus. Darüber hinaus haben die altbekannten vier Säulen noch immer ihre Gültigkeit:
Ernährung (ausgewogen, ballaststoffreich, wenig Zucker und Alkohol - Unverträglichkeiten beachten UND: Gesundes Essen kann auch gut schmecken!)
Bewegung (regelmässig, angepasst an Alter und Fitness, Kardio oder Spaziergang)
Entspannung (Meditation, Yoga/Pilates, Achtsamkeit, Atemübungen, Komplementärmedizin etc.)
Soziale Kontakte (Freunde, Familie, Kolleg:innen, gemeinsame Aktivitäten, Spiele, Konzerte etc.)
All dies schliesst Genuss und Lebensfreude mit ein. Der Köper verzeiht kleine Sünden. Wichtig ist es, einen nachhaltigen Lebensstil zu pflegen und sich für die eigene, ganzheitliche Gesundheit einsetzen. Wie heisst es so schön: “because I’m worth it”!